Fördermöglichkeiten für Innovationen in der Schifffahrt

Innovationen zur Effizienzsteigerung und Verbesserung der Umweltbilanz werden die Schifffahrt künftig maßgeblich beeinflussen und sind für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher maritimer Unternehmen von großer Bedeutung. Auf Einladung der MARIKO GmbH und des Reedervereins Ems-Dollart e.V. kamen am 29. August rund 60 Teilnehmer aus der Reedereiwirtschaft und anderen Zweigen der maritimen Branche in Leer zusammen, um sich einen Überblick über die unterschiedlichen Programme und beispielhafte Projekte zu verschaffen.

Einleitend erläuterte Georg Henkelmann aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die europäische Förderfazilität „Connecting Europe Facility“ (CEF), die den Ausbau bedeutender Infrastrukturen unterstützt, um die Lücken in den europäischen Verkehrs- und Energietrassen, sowie der digitalen Netze zu schließen. Die Nachfrage nach dem Programm ist sehr groß und die einzelnen Calls oftmals stark überzeichnet. Zudem müssen sich interessierte Unternehmen auf lange Antrags- und Bewilligungszeiten einstellen.           
Herr Dr. Ralf Fiedler von der Nationalen Kontakstelle „Schifffahrt und Meerestechnik“ stellte nationale und europäische Programme für maritime Forschungsförderung vor, wohingegen Martin Herrmann von der NBank die Ausführungen mit der Vorstellung der Förderrichtlinien des Landes Niedersachsen ergäntzte. Das Land Niedersachsen unterstützt mit den Förderrichtlinien zum Thema Maritime Verbundwirtschaft und Alternative Treibstoffe unter anderem die Entwicklung und erstmalige Fertigung neuartiger Schiffstypen und die Entwicklung zur Verbesserung der Versorgung mit alternativen Treibstoffen und Energie in Seehäfen.            
Im Anschluss daran gab Marco Stüber von der Beratungsfirma MCON aus Oldenburg wertvolle Anregungen im Hinblick auf die Herangehensweise bei der Entwicklung von Projekten und die erforderlichen Schritte bei der Antragsstellung.           
Den Vorträgen folgte ein Austausch im Hinblick auf die praktischen Erfahrungen bei der Umsetzung von Innovationsprojekten. Fokussiert wurde dabei insbesondere die Zusammenarbeit in der Förderkulisse INTERREG A Deutschland/Niederlande. Armin Gallinat vom Programm-Management INTERREG bei der Ems-Dollart-Region beschrieb seine Eindrücke hinsichtlich des Mehrwertes, aber auch der Herausforderungen deutsch-niederländischer Zusammenarbeit und warb dafür, sich auf kulturelle Unterschiede einzulassen, um erfolgreiche Projektarbeit zu leisten. Ekkehard Nowara (Geschäftsführer der abh Ingenieur-Technik GmbH), Prof. Dr. Marcus Bentin (Dekan Fachbereich Seefahrt der Hochschule Emden/Leer) und Claus Hirsch (Technischer Inspektor bei der AG EMS) berichteten von ihren Erfahrungen bei der Umsetzung von Innovationsprojekten. Sie nutzten – wie auch mehrere Stimmen aus dem Publikum – die Gelegenheit, dafür zu plädieren, die künftige Förderprogramm-landschaft stärker auch für die Anwendungsforschung zu öffnen. Insbesondere aufgrund der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen in der Schifffahrt wird es mit  Pilotvorhaben und Prototypen allein nicht gelingen, Innovationen auf dem Markt zu etablieren und die Flotte langfristig wettbewerbs- und zukunftsfähig zu machen.

Alle Präsentationen des Workshops finden Sie hier.